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Leitfaden · 9 min

Roomba vs Roborock: Der Saugroboter und die Demokratie im Jahr 2026

Equipo editorial·5. Juni 2026
Roomba vs Roborock: Der Saugroboter und die Demokratie im Jahr 2026

Bester Saugroboter 2026: wenn die US-Marke an ihren chinesischen Hersteller fällt

Im Dezember 2025 beantragte iRobot, das Unternehmen aus Massachusetts, das 2002 den Roomba erfunden hatte, in den Vereinigten Staaten Gläubigerschutz nach Chapter 11 und vereinbarte den Verkauf an Shenzhen PICEA Robotics, den chinesischen Auftragsfertiger, der seine Roboter seit Jahren gebaut hatte. Diese eine Transaktion fasst zusammen, was mit der gesamten Kategorie geschehen ist. Zwei Jahre zuvor, im Januar 2024, hatte Amazon die Übernahme von iRobot für 1,4 Milliarden Dollar nach dem Widerstand der Europäischen Kommission aufgegeben, die eine Konzentration von Haushaltsdaten bei einer großen Plattform befürchtete. Ohne diesen Käufer und unter dem Druck von Roborock, Dreame und Ecovacs landete iRobot schließlich bei seinem eigenen Zulieferer. Nach Branchenschätzungen werden mehr als acht von zehn weltweit verkauften Saugrobotern in China (1,94 im Demokratieindex der Economist Intelligence Unit) hergestellt, und heute sind auch die meisten führenden Marken in chinesischem Besitz. Für europäische Verbraucher stellt sich damit eine Frage, die über Preis und Saugkraft hinausgeht: Wer kontrolliert das Gerät, das täglich durch die eigene Wohnung fährt, sie per Laser kartiert und in vielen Modellen mit einer Kamera beobachtet? Dieser Ratgeber beantwortet die Frage Marke für Marke und zeigt, was man kaufen sollte, wenn man saubere Böden möchte, ohne den Grundriss der eigenen Wohnung einer Rechtsordnung ohne unabhängige Gerichte zu überlassen.

Warum die demokratische Herkunft bei Saugrobotern zählt

Ein Saugroboter ist kein gewöhnliches Haushaltsgerät. Ein aktuelles Mittelklassemodell kombiniert einen LiDAR-Sensor, der einen genauen Grundriss der Wohnung erstellt, Kameras zur Hinderniserkennung, Mikrofone bei Modellen mit Sprachassistent und eine dauerhafte Verbindung zu den Servern des Herstellers. Dieser Grundriss verrät die Größe der Wohnung, die Raumaufteilung, die Zeiten, in denen niemand zu Hause ist, und bei Kameramodellen Bilder aus dem Inneren. Das Risiko ist nicht theoretisch. 2022 berichtete die MIT Technology Review, dass Fotos, die Roomba-Prototypen in den Wohnungen von Testpersonen aufgenommen hatten, darunter eines von einer Person auf der Toilette, bei Subunternehmern durchgesickert waren, die Bilder zum Training von Algorithmen beschrifteten. 2024 zeigten Sicherheitsforscher auf der Konferenz DEF CON, dass mehrere Ecovacs-Deebot-Modelle einen Fernzugriff auf Kamera und Mikrofon erlaubten, und im Oktober desselben Jahres wurden in den USA mehrere Roboter der Marke gekapert, um Beleidigungen auszustoßen. Hinzu kommt ein rechtlicher Faktor: Das chinesische Gesetz über die nationale Nachrichtendienstarbeit von 2017 verpflichtet Unternehmen und Bürger zur Zusammenarbeit mit den staatlichen Geheimdiensten. Liegen die Daten eines Haushaltsgeräts in einem Rechtsraum ohne unabhängige Gerichte, beantwortet die formale Einhaltung der DSGVO die eigentliche Frage nicht. In dieser Kategorie zeigen das demokratische Kriterium und das Datenschutzkriterium in genau dieselbe Richtung.

Beste demokratische Saugroboter-Marken: Vorwerk, Samsung und LG

Vorwerk (Wuppertal, Deutschland, 8,80) hat das solideste Unternehmensprofil. Das 1883 gegründete Familienunternehmen ist nicht börsennotiert und entwickelt seine Kobold-Reihe in Deutschland, einschließlich des Saugroboters VR7 mit Frontkamera und Lasernavigation. Das Direktvertriebsmodell mit Beraterinnen und Beratern, die Geräte zu Hause vorführen, verteuert das Produkt, ermöglicht aber einen eigenen Kundendienst in Europa und eine lange Ersatzteilversorgung. Die Erfahrung mit dem US-Unternehmen Neato Robotics, das Vorwerk 2017 kaufte und 2023 schloss, wodurch die Nutzer nur noch eine begrenzte Zeit Cloud-Unterstützung erhielten, erinnert daran, dass auch die Softwarekontinuität Teil der Analyse ist. Samsung (Suwon, Südkorea, 8,09) ist die zugänglichste demokratische Alternative mit Spitzenausstattung: Der Bespoke AI Jet Bot Combo kombiniert Saugen, Wischen mit Pads, die in der Station mit Dampf gereinigt werden, und Objekterkennung und ist in die Plattform SmartThings mit dem Sicherheitssystem Knox eingebunden. LG (Seoul, Südkorea, 8,09) bietet eine kleinere Auswahl, ebenfalls mit koreanischem Eigentum und koreanischer Entwicklung. In beiden Fällen verteilt sich die Fertigung auf Korea und andere asiatische Werke, weshalb sich ein Blick auf das Typenschild lohnt. Südkorea ist eine vollständige Demokratie mit freier Presse, regelmäßigen Machtwechseln und einer Datenschutzbehörde, der PIPC, deren Rechtsrahmen 2021 einen Angemessenheitsbeschluss der Europäischen Kommission erhielt. Das ist von Bedeutung: Das EU-Recht erkennt den koreanischen Datenschutz damit als im Wesentlichen gleichwertig an.

Saugroboter mit demokratischem Risiko: Roborock, Dreame, Ecovacs und der neue iRobot

Roborock (Peking) ist heute wohl der technische Maßstab des Marktes: Die Serien S und Saros schneiden bei Stiftung Warentest, Which? oder OCU regelmäßig an der Spitze ab, mit präziser LiDAR-Navigation, ausfahrbaren Armen für die Eckenreinigung und Stationen, die den Behälter leeren, die Wischmopps waschen und mit Warmluft trocknen. Dreame (Suzhou), Ecovacs (Suzhou), Narwal (Shenzhen), Eufy (Marke von Anker, Changsha) und Xiaomi bilden einen Block, der in Europa die Mittel- und Oberklasse dominiert. Alle teilen ein demokratisches Profil von null: Eigentum, Entwicklung, Fertigung und häufig auch Datenverarbeitung unterliegen chinesischem Recht (1,94). Einige haben die Server für europäische Kunden in Rechenzentren in Deutschland oder Irland verlegt. Das verbessert die formale DSGVO-Konformität, ändert aber nichts daran, wer das Unternehmen kontrolliert und welchen Gesetzen seine Führung unterliegt. Der Fall iRobot ist der bedeutendste des Jahres 2026: Die Marke Roomba behält ihren amerikanischen Namen und einen Teil ihres Teams in Bedford, doch der neue Eigentümer ist ein chinesischer Hersteller. In unserer Bewertung wechseln Roomba-Modelle, die nach der Übernahme verkauft werden, aus der Gruppe mit demokratischem Eigentum in die Risikogruppe, und wir empfehlen bestehenden Nutzern, die aktualisierten Datenschutzbedingungen der App zu prüfen.

Zwischen den beiden Polen gibt es Marken, deren Profil eine Einzelfallprüfung erfordert. Electrolux (Stockholm, Schweden, 9,39) hatte mit dem Pure i9 eine eigene Roboterreihe, hat seine Präsenz in der Kategorie aber reduziert, und ein großer Teil des aktuellen Angebots stammt von asiatischen Herstellern. Kärcher (Winnenden, Deutschland, 8,80) verkauft Roboter unter eigener Marke, vor allem für Kunden, die bereits sein Reinigungssystem nutzen, mit ausgelagerter Fertigung in Asien. Panasonic (Osaka, Japan, 8,17) bietet in einigen Märkten Modelle unter japanischem Eigentum an. In all diesen Fällen liegt das Eigentum deutlich über der demokratischen Schwelle, doch man sollte klären, wer die Software entwickelt und wo die Daten verarbeitet werden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine europäische oder japanische Marke einen Roboter verkauft, der von einem chinesischen Hersteller in Lizenz entwickelt und in der Cloud betrieben wird. Eine schriftliche Anfrage beim Kundendienst klärt das meist, und die Antwort, oder ihr Ausbleiben, ist selbst eine nützliche Information.

Technischer Vergleich: Leistung, Preis und demokratisches Profil im Überblick

Nebeneinandergestellt zeigen die Referenzmodelle den tatsächlichen Abstand zwischen Technik und Herkunft. Der Roborock Saros 10 kostet rund 1.500 Euro, bietet etwa 22.000 Pa Saugkraft, eine Station, die die Mopps mit heißem Wasser wäscht und trocknet, und eine Bauhöhe von knapp 8 Zentimetern für die Fahrt unter Möbel; demokratisches Profil null (China, 1,94). Der Dreame X50 Ultra in einer ähnlichen Preisklasse ergänzt ausfahrbare Beine, um Schwellen von bis zu 6 Zentimetern zu überwinden; gleiches Profil. Der Samsung Bespoke AI Jet Bot Combo liegt bei etwa 1.300 Euro, mit dampfgereinigten Mopps, Kamera mit Objekterkennung und Knox-Verschlüsselung; koreanisches Eigentum (8,09). Der Vorwerk Kobold VR7 kostet rund 1.000 Euro ohne Wischstation und bietet eine sehr wirksame Teppichreinigung sowie europäischen Kundendienst; deutsches Eigentum (8,80). Ein Roomba Combo der Oberklasse liegt zwischen 800 und 1.200 Euro, mit guter Navigationssoftware, aber inzwischen unter chinesischer Kontrolle. Das technische Fazit ist unbequem, aber klar: Chinesische Roboter bieten derzeit mehr Funktionen pro Euro, und die demokratischen Alternativen verlangen etwas mehr Geld oder den Verzicht auf die neueste Vollautomatik-Station. Für die meisten Haushalte ist der reale Unterschied bei der täglichen Reinigung viel kleiner als der auf dem Datenblatt, denn auf Hartböden bringt Saugkraft jenseits von 5.000 bis 8.000 Pa kaum noch etwas.

Wer die demokratische Herkunft vollständig, also einschließlich der Fertigung, absichern möchte, sollte eine Alternative zum Roboter ernsthaft in Betracht ziehen. Vorwerk fertigt seine Kobold-Handstaubsauger im Stammwerk in Wuppertal, und Miele produziert Bodenstaubsauger in Bielefeld; beide Unternehmen sind in Familienbesitz und liegen mit Deutschland (8,80) weit über unserer Schwelle. Ein hochwertiger Akku- oder Bodenstaubsauger aus deutscher Fertigung sammelt keine Grundrisse, braucht keine Cloud und lässt sich über viele Jahre reparieren. Für Haushalte, in denen der Roboter vor allem aus Bequemlichkeit läuft, kann die Kombination aus einem guten Handgerät und einem einfachen Roboter ohne Kamera, der nur nach Zeitplan fährt, die beste Balance zwischen Komfort, Datenschutz und demokratischer Herkunft sein. Stiftung Warentest weist in ihren Tests zudem regelmäßig darauf hin, dass günstige Saugroboter Kanten und Ecken schlechter reinigen als ein klassischer Staubsauger, sodass ein Zweitgerät ohnehin sinnvoll bleibt.

EU-Gesetzgebung 2026 für Saugroboter

2026 verändert den Rechtsrahmen für vernetzte Geräte in Europa. Der Data Act (Verordnung (EU) 2023/2854) gilt seit September 2025 und verlangt seit dem 12. September 2026, dass neu in Verkehr gebrachte vernetzte Produkte so gestaltet sind, dass Nutzer auf die erzeugten Daten zugreifen können, einschließlich der Karte ihrer Wohnung, und sie an Dritte wie Reparaturdienste weitergeben dürfen. Der Cyber Resilience Act (Verordnung (EU) 2024/2847) verpflichtet Hersteller seit dem 11. September 2026, aktiv ausgenutzte Schwachstellen an die ENISA zu melden, und schreibt ab Dezember 2027 verbindliche Sicherheitsanforderungen und Updates über die gesamte erwartete Lebensdauer des Produkts vor. Seit August 2025 verlangt der delegierte Rechtsakt zur Funkanlagenrichtlinie bereits einen Grundschutz gegen unbefugten Zugriff für jedes WLAN-Gerät. Die neue Produkthaftungsrichtlinie (Richtlinie (EU) 2024/2853), die bis Dezember 2026 umzusetzen ist, behandelt Software und Cybersicherheitsmängel erstmals als haftungsbegründende Fehler. Und die Batterieverordnung verlangt ab Februar 2027, dass Gerätebatterien vom Nutzer entnommen und ersetzt werden können. In Deutschland vergibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zudem das freiwillige IT-Sicherheitskennzeichen für vernetzte Verbrauchergeräte, und Datenschutzbeschwerden nehmen die Landesdatenschutzbehörden entgegen.

Wie Democratic Market Saugroboter bewertet

Für diese Kategorie ergänzt unsere Methodik die üblichen drei Dimensionen um eine vierte. Das Herstellungsland zählt zu 35 Prozent, das Land von Eigentum und Unternehmenskontrolle zu 30 Prozent, der Rechtsraum der Datenverarbeitung zu 25 Prozent und Transparenz sowie Supportpolitik zu den übrigen 10 Prozent. Der Rechtsraum der Daten wiegt schwerer als bei anderen Produkten, weil ein Saugroboter kontinuierlich intime Informationen über den Haushalt sammelt. Wir prüfen, wo Karten und Bilder gespeichert werden, welches Unternehmen darauf Zugriff hat, ob das Gerät ohne Cloud-Verbindung funktioniert und ob der Hersteller eine Zusage über mehrjährige Sicherheitsupdates veröffentlicht. Ein Roboter gelangt nur in unseren Katalog, wenn sowohl das Eigentumsland als auch das Land der Datenverarbeitung die EIU-Schwelle von 6,0 überschreiten, und wir weisen ausdrücklich auf das Herstellungsland hin, wenn es darunter liegt. Nach diesen Kriterien erzielen Vorwerk und Samsung die besten Werte der Kategorie; die chinesischen Marken scheiden wegen Eigentum und Datenrechtsraum aus, unabhängig von der Qualität ihrer Hardware, die wir als ausgezeichnet anerkennen.

Kaufberatung für einen demokratischen Saugroboter Schritt für Schritt

Erstens: Klären Sie, was Sie wirklich brauchen. In einer Wohnung mit Hartböden und wenigen Teppichen reinigt ein Roboter ohne Kamera mit Laserkartierung genauso gut und gibt weniger Daten preis. Zweitens: Prüfen Sie, wem die Marke gehört, nicht nur ihren Namen. Das Angebot im Shop verrät es selten, das Impressum der App dagegen schon. Drittens: Lesen Sie vor dem Kauf die Datenschutzerklärung und achten Sie darauf, wo Karten gespeichert werden, ob Bilder in die Cloud geladen und ob sie zum Training von Algorithmen genutzt werden. Viertens: Fragen Sie, ob der Roboter im lokalen Modus oder ohne Konto funktioniert. Manche Modelle lassen sich über Tasten am Gerät starten, und Open-Source-Projekte wie Valetudo ermöglichen bei bestimmten Modellen eine lokale Steuerung, wobei die Installation die Garantie erlöschen lässt. Fünftens: Bestehen Sie auf einer Update-Zusage; nach dem Cyber Resilience Act müssen Hersteller sie angeben, und ein Roboter ohne Sicherheitspatches ist ein Risiko in der eigenen Wohnung. Sechstens: Deaktivieren Sie, was Sie nicht nutzen, etwa Mikrofon oder Kamera, und legen Sie Sperrzonen für Schlaf- und Badezimmer an. Siebtens: Berücksichtigen Sie den Kundendienst im eigenen Land und die Verfügbarkeit von Bürsten, Filtern und Akkus für mindestens fünf Jahre. Achtens: Binden Sie den Roboter, wenn möglich, in ein separates Gast-WLAN ein. So bleibt er vom Rest Ihres Heimnetzes mit Laptops, Kameras und Speichern getrennt, falls doch eine Sicherheitslücke auftaucht, und Sie können seinen Datenverkehr bei Bedarf im Router sperren.

Fazit: welchen Saugroboter man nach demokratischen Kriterien kaufen sollte

Die Empfehlung ist konkret. Wer das höchste demokratische Profil sucht und Wert auf europäischen Kundendienst legt, wählt einen Vorwerk Kobold VR7. Wer Spitzenleistung mit automatischer Station und Wischfunktion möchte, findet im Samsung Bespoke AI Jet Bot Combo die beste Option mit demokratischem Eigentum im Jahr 2026. LG ist eine gute Alternative, sofern das Sortiment im eigenen Markt erhältlich ist. Wer Wert auf demokratische Herkunft und Datenschutz legt, sollte Roborock, Dreame, Ecovacs, Narwal, Eufy und Xiaomi meiden, so gut ihre Hardware auch ist, und bedenken, dass Roomba keine amerikanisch kontrollierte Marke mehr ist. Wer bereits einen Roboter chinesischer Herkunft besitzt, muss ihn nicht entsorgen: Kamera und Mikrofon abschalten, alte Karten aus der Cloud löschen und die Rechte aus DSGVO und Data Act nutzen, um zu erfahren, welche Informationen das Gerät gesammelt hat. Der Saugroboter zeigt deutlich, dass die demokratische Herkunft bei vernetzten Produkten keine abstrakte Frage ist: Sie beantwortet, wer in die eigene Wohnung schauen kann.

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